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Der Berliner Künstler Philipp Geist hat seine Videoinstallation 'Time Drifts’ für den „Place Des Festival“ neben dem Museum für zeitgenössische Kunst in Montreal entwickelt. In seiner Installation thematisiert Geist die Themen Raum und Zeit. Er vermeidet die Verwendung von Leinwänden und projiziert direkt auf Teile der Fassade, den Boden des ganzen Platzes, auf Treppen und auf Nebelschwaden, die auf den Platz strömen. Das Ergebnis ist ein Zusammenspiel zwischen der konkreten, greifbaren Wand / dem Platz und der transparenten, sich auflösenden Projektionsbasis. Worte sind auf den Boden projiziert und im Nebel reflektiert. Der Nebel ist, ähnlich der Zeit, immer im Fluss, man kann sie nicht anhalten oder aufbewahren. Dieses Konzept bezieht sich auf die Merkmale von Museen und ihrer Funktion als Platz für Aufbewahrung und um dem Besucher sowohl Fakten als auch Phantasien bereitzustellen: Die sich auflösende Projektionsbasis symbolisiert das fragmentarische Wissen und Verständnis des Lebens in der Vergangenheit und Gegenwart, aber Wissen ist auch gesichert und konserviert in Form von Text, deutlich sichtbar auf dem Beton. |

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Dieser methodische Ansatz für das Thema "Zeit" wird durch die projizierten Bilder selbst unterstützt. Wörter mit sowohl direktem als auch indirektem Bezug zum Thema bedecken den gesamten Boden des Platzes. Einige Begriffe und Sätze haben klaren Bezug, andere laden den Besucher ein, über das Phänomen der Zeit und ihre historische und kulturelle Bedeutungsvielfalt nachzudenken. Diese kulturelle Betrachtung wird verstärkt durch die Tatsache, dass die Texte in den beiden Amtssprachen von Québec, Englisch und Französisch, und zusätzlich in deutscher Sprache, die die Muttersprache des Künstlers ist, verfasst sind. Es sind Einzelworte, Zitate und Sprichwörter von verschiedenen Autoren. Die Installation lädt die Besucher zum Verweilen und Betrachten, um Bedeutungen in dem dicken Teppich aus teilweise überschneidenden Wörtern zu erkennen. Die Fäden des Teppichs sind chaotisch aus Worten gewebt, und es braucht Zeit und Bewegungen quer über den Platz, um sie zu sehen und zu entschlüsseln. Es ist die Poesie der Texte und die traumhafte Atmosphäre, die den Ort verändert. In den Bildern, die auf die Fassade projiziert werden, schafft Geist eine malerische, abstrakte Bilderwelt am Computer, die sich auch auf Zeit bezieht. Geometrische, räumliche Formen wie Quadrate, Kuben, perforierte Flächen, Linien und Strahlen überlagern sich anderen in einem andauernden Prozess und bauen ein vollständiges Bild, um es sofort wieder zu lösen. Die verschiedenen Elemente erstellen eine komplexe Architektur der Bilder, die immer in einem Zustand des Flusses sind. Durch ihre Tiefe und Dreidimensionalität, symbolisiert die Arbeit den sich ständig erweiternden Raum von Zeit anhaltenden Linien, und verkörpert die komplexen Netzwerke, die aus verschiedenen Komponenten entstehen und im Laufe der Zeit räumlich ausbreiten. |

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Philipp Geist arbeitet international als Licht-und Multimedia-Künstler in den Bereichen Video, Performance, Fotografie und Malerei. Der Berliner Künstler Philipp Geist (1976) zeigte eine 4D-Mapping-Installation an der Fassade des königlichen Thrones in Bangkok anlässlich von König Bhumibol's 82. Geburtstag im Dezember 2009. Die Ein-Stunden-Show war der zentrale Teil der Feierlichkeiten und wurde von 2 bis 3.000.000 Besucher gesehen. Im Jahr 2008, während der "Langen Nacht der Museen", zeigte er seine Videoinstallation "time fades" am Kulturforum. In dieser Installation interpretiert Geist die Themen Zeit und Raum. Er vermeidet die Verwendung von Leinwänden und projiziert direkt auf Teile der Fassade der Architektur und auf transparenten wie etwa Gazestoffen und Nebel. Im September 2007, realisierte er die Video-Installation "Time Lines" auf der gesamten Front des Palazzo delle Espozioni in Rom zu seiner Neueröffnung nachdem er fünf Jahre geschlossen war. Die Installation wurde durch den Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni eröffnet, und von ca. 20.000 Besuchern gesehen. Im Jahr 2005 realisierte er das Großprojekt "Winterzauber" ("Winter Magic") für das Lake Side Restaurant in Zürich und im Jahr 2006 eröffnete er den Salon Noir im Rahmen der Ausstellung "Melancholie, Genie und Wahnsinn" in der Neuen National Galerie Berlin. Gemeinsam mit dem Sinfonieorchester OBC Barcelona und dem finnischen Sound-Ensemble Pan Sonic eröffnete Geist 2004 das Sonar Festival in Barcelona. Seine Werke wurden auf dem Dissonanze Festival in Rom, bei der Clubtransmediale in Berlin und zum Mutek Festival in Montreal, das für neue Medien bekannt ist, gezeigt. Er stellte seine Live-Video Performances international im Central House of Artists (CHA) in Moskau, dem Institute of Contemporary Art (ICA) in London, der National Gallery in Warschau (Zacheta) und bei der Eröffnung der Pinakothek der Moderne in München zur Schau. Weitere Projekte sind durch ihre Komplexität und die Integration des Ortes sowie von Klang und bewegten Bildern charakterisiert. |

| eingesetzte Geräte: 2 Stk. BP 6 GT für die Bodenprojektion und 3 gestapelte Videobeamer für das Gebäude |

| Hier ein Video dieser Veranstaltung: | |