Vom 22. bis 27. April fand in Frankfurt und einigen weiteren Städten des Rhein-Main Gebietes im Zusammenhang
mit der Messe Light & Building die dritte Luminale statt.
In der Fülle der insgesamt 165 Projekte avancierte das "Musterhaus" des Künstlerduos CASA MAGICA trotz seiner
dezentralen Lage in Frankfurt-Sachsenhausen zu einem viel beachteten Highlight.
Während am Vorabend der offiziellen Eröffnung hauptsächlich die Nachbarschaft das überraschende Ereignis
neugierig begrüßte und flugs im Stadtquartier publik machte, wurden in den folgenden Tagen immer mehr auswärtige
Luminale- und Messebesucher für die Mühe belohnt, den etwas weiten Weg aus dem Stadtzentrum heraus auf sich
genommen zu haben.
In einem kreativen Missverständnis und Spiel mit der Mehrdeutigkeit des Begriffes "Musterhaus" wurden die
Geschmacks- und Theoriekollisionen um zeitgemäße Architektur, um Ornament und Verbrechen (Kampfschrift der
anbrechenden Moderne gegen die Dekoration von Hausfassaden von Adolf Loos, Wien 1908), per Architekturprojektion
in Szene gesetzt. Ort des Geschehens war ein gemeinhin unerwähnt bleibendes 60er-Jahre Punkthochhaus an
architekturhistorisch prominenter Stelle: Am Dreh- und Angelpunkt von Ernst Mays musterhafter Heimatsiedlung, wo
einst der Riedhof stand.
Die Muster, die CASA MAGICA für diese Aktion kreierte und speziell auf die Architektur dieses Wohnhauses anpasste,
zitierten konkret in Wohnhäusern auffindbare Symbole unterschiedlicher Wohn- und Lebenskultur: Stresemann-Hose,
Murano-Luster, Designer-Teesieb, Flügel, Bergschuh.
Zur technischen Realisierung kamen zwei Großbildprojektoren des Typs PANI BP 6 GT mit Karussell-Diawechslern,
PCS-Blende und 180 mm-Optik zum Einsatz.
|